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Der Rhein, ziemlich grau

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Im Hamsterrad

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Mensch braucht manchmal Abstand vom alltäglichen Gerenne in seinem Hamsterrad, sagt (nicht nur) Anselm Grün. Eine Auszeit. Aber wie? Ist nicht vieles, was uns so als Auszeit angeboten wird, nur ein anderes Hamsterrad, in welchem wir - beispielsweise - um Sehenwürdigkeiten herumrennen?

In der S-Bahn

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  Man muss ja froh sein, wenn überhaupt eine Bahn kommt. Und dazu noch pünktlich.  Das richtige Verhalten im Zug wird dann freilich zum Problem: Wie macht man es, dass die feine helle Sommerhose nicht dreckig wird, dass das neue Cord-Overshirt keinen Fleck abbekommt? Sind deswegen die allermeisten Reisenden so, sagen wir, betont nachlässig gekleidet?

Kein Paradies - Belize

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 Karibikinsel, leerer Strand, Superwetter, draußen vor Anker unser Boot …. Paradies?? Nö, denn auf der Insel gibt es nichts zu essen und nichts zu trinken. Das aber, so meine ich, kann man vom Paradies doch verlangen.

Immer mal wieder

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  .... so sieht sie aus, die Küste von Asturien ....

Durchs wilde Türkistan - Türkei (10)

Während draußen fruchtbare Ebenen, kahle Hügel, Aufforstungsprojekte, schneebedeckte Berge und menschenleere Schluchten, Imbissbuden und Tankstellen mit integrierten Minimoscheen vorüberfliegen,  unterhält der Reiseleiter die ihm wehrlos ausgelieferten Businsassen mit weitschweifigen Ausführungen über Skythen, Tourismusförderung, Seldschukken, Osmanen, das türkische Militär (böse), Erdogan (gut), Denkmäler, die Wehrpflicht, Bildungsprojekte, Wurstsorten, Heimarbeit, Sozialversicherung, großtürkische Militärprojekte, Jupp Derwall, Qualitätsmerkmale von Olivenöl, Marmorpreise, den Begriff Anatolien, Benzinpreise (zu hoch), die Ferien der Lehrer (zu lang) ..... ... bis endlich zwischen Nadelbäumen das Mittelmeer sichtbar wird.

Aus dem Busfenster gesehen - Türkei (9)

Abseits der Highlights, aber direkt an den großen Hauptverkehrsadern, zeigt sich die West-Türkei von einer nicht immer schönen Seite. Die kleineren und mittleren Städte, fast nur aus Neubauten der letzten 50 Jahre bestehend, sind städtebaulich und architektonisch von einer kaum glaublichen Öde. Gäbe es nicht all die neuen Moscheen - die allerdings auch alle mehr oder weniger gleich aussehen - dann könnte man sagen: Das Land ist in Planquadrate eingeteilt worden und sind so viele Häuser drauf gebaut worden, wie Platz war. Einen Architekten spart man sich und nimmt statt dessen den tausendfach bewährten Standard-Entwurf. Eine billige Kopie europäisch-nordamerikanischer Architektur, auf die dann die türkische Fahne gesetzt wird.

Sardes und Laodicea - Türkei (8)

Auf dem Besichtigungsprogramm: Sardes und Laodicea. Sardes? Laodicea? Nie gehört. Irgendwelche griechisch-römisch-byzantinische Städtetrümmerhaufen. Seitdem ich 1977 nach frisch bestandenem Examen mit einem frisch gekauften Post-VW-Bus eine große Italien-Tour gemacht habe, hält sich meine Begeisterung für antike Schutt-und-Trümmer-Stätten in Grenzen. Vor allem für die, die von fantasiebegabten Archäologen sehr zur Freude der örtlichen Touristenbehörden fantasievoll rekonstruiert worden sind: Disneyland, Abteilung Altertum. Sardes hat mich positiv überrascht. Ein schon ein wenig frühlinghaftes Tal, abseits, kaum ein Hinweisschild, fast keine Rekonstruktionen. Mauern und Säulen, einfach so. Würde eine Schafherde durch Sardes laufen, eine Kuh an einer Säule angebunden sein, mich würde es nicht wundern. Laodicea, ob auf einem Berg gelegen, ähnlich. Wie sorgfältig bearbeitet diese Säulen und Kapitelle sind! Welche Ruhe hier herrscht. Edel Einfalt und stille Größe. Oh je, geht es nicht...

Istanbul (6) - Raus aus Istanbul

In der Morgendämmerung - unsere Reisegruppe hatte schließlich noch fast 800 km, die Überquerung der Dardanellen mit der Fähre und die Besichtigung von Troja vor sich - haben wir Istanbul verlassen. Ziemlich langsam, denn Istanbul zieht sich endlos hin. Fast 15 Millionen Menschen leben in Istanbul, die viertgrößten Stadt der Welt! Und bald wird Istanbul dank Erdogan den größten Flughafen der Welt besitzen! Sechsmal so groß wie der Berliner "Groß"-Flughafen, verkündet der Reiseführer mit einem Stolz, den ich nicht nachvollziehen kann. Die deutschen Reisenden im Bus diskutieren derweil, ob all die Hochhaussiedlungen, die da gerade neu erstellt worden sind oder noch im Bau sind, überhaupt gebraucht werden oder ob die Türken dabei sind, den gleichen Fehler zu wiederholen wie etwa die Spanier. Dem ist aber nicht so. In der Türkei gründen momentan die geburtenstarken Jahrgänge um 1980 Familien. Damals wurden pro Frau durchschnittlich 5 Kinder geboren, die nun alle ihre eigene Wohnu...

Istanbul (5) - Die Blaue Moschee

Kein Zutritt für Falsch- oder Ungläubige, denn gerade haben von einem der sechs Minarette die Lautsprecher laut zum Freitagsgebet gerufen. Eine gute Gelegenheit, sich in den Vorhof zu setzen. An geschützten Stellen lässt es sich in der Sonne gut aushalten. Eine schöne Anlage hat sich der Architekt da ausgedacht, der damalige Chefarchitekt des Osmanischen Reiches, der übrigens wie sein großer Lehrer  Sinan kein ethnischer Türke war, sondern Albaner und als solcher wahrscheinlich ein Christ, was uns nicht so arg wundert, denn die neue Großmoschee in Köln wird auch von einem Architektenbüro gebaut, dem die Kölner wunderschöne moderne Kirchen verdanken.  Derweil strömen die frisch gewaschenen Massen in die riesige Moschee zum Freitagsgebet.  Sollte man denken. Tatsächlich strömen eher weniger Leute in die Istanbuler Zentral-Moschee als am Sonntag-Vormittag in den Kölner Dom. Vielleicht gehen die anderen Istanbuler Moslems ja in eine der anderen Moscheen, die in Erdogans Ist...

Istanbul - Hagia Sophia

Daran sollten sich deutsche Flughafen- und Bahnhofsbauer mal ein Vorbild nehmen: Nur sechs Jahren haben die Römer in den Zeiten allerspätester großrömischer Dekadenz gebraucht, um das Ding hochzuziehen. Die Glocken waren nicht fertig, machte nichts, Eröffnungsgottesdienst, fertig war das Weltwunder. Das ist leider nur die halbe Wahrheit. Unser spätrömisches Architektenbüro unter Leitung zweier Griechen hatte sich nämlich etwas verrechnet bei dem Versuch, eine Kuppel zu konstruieren, die sich scheinbar gegen die Gesetze der Statik dem Himmel entgegen wölbt. Große Klappe und nichts dahinter: Die Gesetze der Statik schlugen schon bald zurück, die Kuppel stürzt ein, dann noch mal. Als Entschuldigung fiel den Architekten nichts besseres ein als das Wort "Erdbeben". Na so was, wo es in der Gegend alle naslang bebt, da hättet ihr halt erdbebensicher bauen müssen! Dann sollte es ein armenisches Architektenbüro richten. Mit Erfolg, denn was die Armenier gebaut haben, hat fast 400...

Schmuck: Einkauf in der Türkei

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Istanbul, erster Tag

Wo mag es nur sein, dieses Istanbul, das wir von schönen Malvorlagen her kennen? Am ersten Tag haben wir es nicht gefunden. Statt dessen fesselten zunächst großzügig angelegte Strassen stundenlang unsere Aufmerksamkeit. Eine Brücke hat man uns gezeigt, die leider im Gegenteil zu unseren schönen Kölner Brücken noch nicht fertig war. Die Fahrt mit dem Böötchen auf diesem Fluss haben wir uns gespart. Kennen wir ja schon. Im Gegensatz zur Rhein-Passagier-Schifffahrt macht die Bosporus-Passagier-Schifffahrt im Winter keine Pause. Was ein Fehler ist, bei 5 Grad und Nieselregen begibt sich kein vernünftiger Kölner auf ein Schiff, die Istanbuler auch nicht, nur ein Haufen Touristen aus Deutschland, die nichts verpassen wollen, sitzen hinter den beschlagenen Scheiben und wärmen ihre Hände an der Kaffeetasse.  Weiter ging es.  Ein Haus hatte man vor uns versteckt, schade, im Reiseführer stand, es sei eine Sehenswürdigkeit mit zweieinhalb Sternen.  Statt dessen gab es interessant...

The Harem

Reisen bildet. Ein Beispiel? Wir lernen, dass "Harem" auf Englisch "The Harem" heißt, was wir zwar vermuteten, aber nicht wussten. Zweitens stellten wir mit Beruhigung fest, dass in den Harem deutsche Kommunikationstechnik Einzug gehalten hat, und zwar von Sennheiser. Von dieser Firma besitzen wir einen Reisekopfhörer, ein gutes Gerät. Deshalb hätten wir dem Oberharemsverwalter - es handelte sich stets um einen kastrierten, aus Afrika verschleppten Sklaven -  guten Gewissens auch Sennheiser empfehlen können. Drittens sehen wir mit Erstaunen dieses Smartphone-Zeichen am Eingang zu den Gemächern. Was das Zeichen dem Besucher sagen will, konnten wir nicht herausfinden, weil wir zwar ein Smartphone im Rucksack hatten, aber nicht wussten, wie das hier funktioniert. Viertens müsste der Anstrich erneuert werden. Gut, der ist schon ziemlich alt, der Harem, da könnten wir ein Auge zudrücken. Scheint nicht mehr so weit her zu sein mit der Prächtigkeit des Harems. In Dub...

Durch Dunkelland - mit dem Zug nach Berlin

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Liegende Polizisten

"Von Flores nach Cobán ist es nicht weit, aber ihr werdet eine Weile brauchen!" "Warum? Strasse schlecht?" "Nein, gute Strasse, aber viele Tumulos". Tumulos - das Wörterbuch hilft wieder einmal nicht weiter. Grabhügel, Hügelgrab steht da. Dabei hat der Tumulo eine wichtige Bedeutung auf Zentralamerikas Strassen: Er ersetzt Ortsschilder und Geschwindigkeitsbeschränkungen. Da man sich in Guatemala - wie ich im vorigen Beitrag geschrieben habe - nicht so unbedingt an Vorschriften hält, geht man nach dem Motto: Wer nicht hören will, muss fühlen. Das heißt praktisch: Wer nicht langsam fährt, wird ordentlich durchgerüttelt oder riskiert ernsthafte Schäden an seinem Auto. Denn die Stolperschwellen sind großzügig bemessen. Sie sind so hoch, dass ein tiefer gelegter Golf-GTI nicht darüber käme, ohne aufzusetzen. Ich haben niemanden gesehen, der nicht ganz langsam und vorsichtig über den Tumulo fährt. Eigentlich eine sinnvolle Einrichtung, diese Dinger, die man i...

Trinkwasser-Spender

Trinkwasser bekommt man in Guatemala ins Haus gebracht, verschiedene Lieferanten versorgen Restaurants, Hotels und private Haushalte. Das Gefäß der Wahl ist eine ballonartige Kunststoff-Flasche, die etwa 20 Liter fasst und dann auf einem Ständer steht. Das Wasser, das aus der Wasserleitung kommt, macht nicht einmal einen schlechten Eindruck, aber trinken sollte man es besser nicht. Ob man in Leitungswasser Nudeln kochen, damit Tee bereiten oder sich die Zähne putzen kann, darüber gehen die Meinungen dann auseinander. Die 20 Liter sind nicht teuer, ein Ballon kostet halb so viel wie das billigste "Stille Wasser" vom ALDI. In Deutschland kommt überall Trinkwasser in ständig überwachter Qualität aus der Leitung und trotzdem schleppen die Leute kistenweise Wasser aus Super- und Getränkemärkten nach Hause. Eine ganze Menge davon ist nichts als Leitungswasser, in das Zucker und ein paar Geschmacksstoffe gerührt worden sind, aber auch reines Leitungswasser wird gekauft - das...
Fährt man durch Guatemala, so sieht man ab und zu Läden, an denen "Pacas" steht. Pacas? Ein Blick ins Lexikon hilft nicht weiter. "Paca" heißt "Strohballen", auch Bündel nennt man so. Mitarbeiter von Lexika scheinen solche Läden nicht aufzusuchen. sonst wüssten sie, dass es dort gebrauchte Kleidung zu kaufen gibt, Ware aus Altkleidersammlungen in den USA, die als "Paca", also ballenweise nach Guatemala kommt. Mit enormem Erfolg offenbar. Denn neben den zahlreichen kleinen Läden gibt es eine Kette von Paca-Läden, die das Geschäft im großen Stil betreibt: 50 "Mega-Paca"-Läden sind es derzeit, verteilt über ganz Guatemala.   Die "Mega-Paca"-Filiale in Santa Elena im Landesteil Petén ist etwa so groß wie ein Fußball-Platz, eine riesige, moderne Halle, die sich durch nichts von den anderen Gebäuden in der Shopping-Zone von Santa Elena unterscheidet. Als wir dort ankommen, geht ein heftiger tropischer Schauer nieder. Ein Mega...

Guatemaltekische Spezialitäten

Lanquin ist ein Ort im Hochland von Cobán, ziemlich abgelegen, ein Kaff, in das nie ein Tourist käme, wenn in der Nähe nicht die berühmten Wasserbecken von Semuc Champey wären. Aber so kommen auch wir hier an, im Dunkeln, und haben Hunger. Wir fragen jemand auf der Strasse, wo man gut essen könnte. Weiter oberhalb in einem Restaurant, heißt es, oder direkt hier drüben im "Shalom". Im Shalom koste es 25 Quetzales, im Restaurant 28 Quetzales, also irgendetwas unter 3 Euro. Komisch, "es" kostet, hat er gesagt, wie das wohl gemeint ist? Wir entscheiden uns für das "Shalom", vielleicht von hängengebliebenen weltreisenden Israelis betrieben, vermute ich. Ist aber sehr einheimisch, der Laden, ein typischer "Comedor", was eigentlich "Speisesaal" bedeutet. Aber in Guatemala nennt man so Restaurants, in denen vor allem die Einheimischen essen. Speisekarte gibt es nicht. Statt dessen rasselt eine rundliche, sehr freundliche Maya-Frau die Al...

Tuk-Tuk, Tuk-Tuk

Die kleinen roten Taxis, Tuk-tuk genannt, gehören in Flores wie in jeder Stadt in Guatemala zum Straßenbild, in Flores sind viel mehr Tuk-Tuks unterwegs als normale Autos. Auf den ersten Blick eine sinnvolle Sache: Tuk-Tuks sind billig. Zwischen umgerechnet 50 Cent und einem Euro kostet ein Fahrt, und so fährt man mit dem Tuk-Tuk-Taxi in die Shopping-Mall oder auf den Markt und lässt sich dann mit den vollen Einkaufstaschen wieder abholen. Mit dem Fahrrad fahren nur Kinder. Zwei Personen haben auf der Rückbank dieser seltsamen dreirädrigen Gefährte Platz, bei dreien wird es eng. Bequem ist eine solche Fahrt nur, wenn man sie mit einem Fußmarsch vergleicht, denn mit ihren kleinen Rädern und der rudimentären Federung spüren die Insassen jedes Schlagloch. Andererseits kühlt der Fahrtwind angenehm. Gegner des Individualverkehrs werden sagen: Prima! Sollte man auch in Deutschland einführen! Besser nicht, und zwar nicht nur deshalb, weil es im Winter viel zu kalt in so einem Ding i...