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Es werden Posts vom 2012 angezeigt.

Sechs Schlipse

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Weihnachtsbaum

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Frohe Weihnachten allerseits!

Ein Glühbirnchen von Amazon

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    Eben habe ich eine Glühbirnchen bei Amazon bestellt, eine kleine Halogenbirne für den Sockel G9 mit 20 Watt. Bei Amazon? Wo sonst? In Horrem gibt es zwar sieben Bäckereien (und zwei Bioläden, in denen Brot verkauft wird), vier Kioske und acht Fast-Food-Verkaufsstellen, zehn Frisöre und drei Nagelstudios, aber kein Geschäft, in dem man ein Halogenbirnchen kaufen könnte. Das Halthaltswarengeschäft hat vor zwölf Jahren geschlossen, der Eisenwarenhandel vor zwei Jahren, die letzte der drei Drogerien dieses Jahr. Zwölf Ladenlokale stehen leer. Ich könnte acht Kilometer mit dem Rad oder elf Kilometer mit dem Auto zum OBI fahren, dem nächsten Baumarkt. Ob der OBI Sockel G) mit 20 Watt vorrätig hat? Vielleicht. Das "Bauhaus" bestimmt. aber das liegt schon 25 Kilometer entfernt, im Sommer eine nette Radtour, beim heutigen Wetter würde alleine das verbrauchte Autogas 2,50 € kosten. Bei Amazon kostet das Birnchen 1,99 €, Porto inclusive.  

Guatemaltekische Spezialitäten

Lanquin ist ein Ort im Hochland von Cobán, ziemlich abgelegen, ein Kaff, in das nie ein Tourist käme, wenn in der Nähe nicht die berühmten Wasserbecken von Semuc Champey wären. Aber so kommen auch wir hier an, im Dunkeln, und haben Hunger. Wir fragen jemand auf der Strasse, wo man gut essen könnte. Weiter oberhalb in einem Restaurant, heißt es, oder direkt hier drüben im "Shalom". Im Shalom koste es 25 Quetzales, im Restaurant 28 Quetzales, also irgendetwas unter 3 Euro. Komisch, "es" kostet, hat er gesagt, wie das wohl gemeint ist? Wir entscheiden uns für das "Shalom", vielleicht von hängengebliebenen weltreisenden Israelis betrieben, vermute ich. Ist aber sehr einheimisch, der Laden, ein typischer "Comedor", was eigentlich "Speisesaal" bedeutet. Aber in Guatemala nennt man so Restaurants, in denen vor allem die Einheimischen essen. Speisekarte gibt es nicht. Statt dessen rasselt eine rundliche, sehr freundliche Maya-Frau die Al...

Tuk-Tuk, Tuk-Tuk

Die kleinen roten Taxis, Tuk-tuk genannt, gehören in Flores wie in jeder Stadt in Guatemala zum Straßenbild, in Flores sind viel mehr Tuk-Tuks unterwegs als normale Autos. Auf den ersten Blick eine sinnvolle Sache: Tuk-Tuks sind billig. Zwischen umgerechnet 50 Cent und einem Euro kostet ein Fahrt, und so fährt man mit dem Tuk-Tuk-Taxi in die Shopping-Mall oder auf den Markt und lässt sich dann mit den vollen Einkaufstaschen wieder abholen. Mit dem Fahrrad fahren nur Kinder. Zwei Personen haben auf der Rückbank dieser seltsamen dreirädrigen Gefährte Platz, bei dreien wird es eng. Bequem ist eine solche Fahrt nur, wenn man sie mit einem Fußmarsch vergleicht, denn mit ihren kleinen Rädern und der rudimentären Federung spüren die Insassen jedes Schlagloch. Andererseits kühlt der Fahrtwind angenehm. Gegner des Individualverkehrs werden sagen: Prima! Sollte man auch in Deutschland einführen! Besser nicht, und zwar nicht nur deshalb, weil es im Winter viel zu kalt in so einem Ding i...

Die Brennholzmänner

Mitten im Regenwald, irgendwo am Lago Petén Itzá, Guatemala. Der Regenwald sieht hier auf den ersten Blick wie ein normaler Mischwald aus, in den sich  Zimmerpalmen verirrt haben. Ein Holzbündel liegt am Rande des schmalen Weges, bald noch ein paar. Gutes Tropenholz, mit Hilfe von Palmblättern und einem Stück Stoff fachgerecht gebündelt. Es ist niemand zu sehen, aber die Männer, die im Wald Holz schlagen, es dann in die Orte schleppen und dort als Brennholz verkaufen,  bilden einen eigenen Berufsstand: Die Leñadores, die Brennholzmänner. Holz wird zum Kochen verwendet, weil es billiger ist als Gas oder Strom. Auch die zahlreichen Stände in den Dörfern und kleinen Städten, an denen irgendetwas gebruzzelt wird, werden oft mit Holz beheizt, weshalb bei Windstille sich eine Qualmwolke über den Zentren ausbreitet, die sich mit den Autoabgasen vermischt. So wandert das gute Tropenholz - vor allem die harzreichen Sorten sind beliebt - in den Ofen. Bevor Regenwaldsc...

Vom Bett aus gesehen

Im Bett unter der warmen Decke liegend sehe ich, während ich auf den Sonnenaufgang warte, dass auf dem Nussbaum und der großen Fichte schon einiges los ist. Elstern hüpfen hyperaktiv rum und machen wie immer den Eindruck, als ob sie sich zanken würden. Meisen nähern sich den beschneiten Zweigen eher von unten und picken kurz, um es dann sofort an einer anderen Stelle zu probieren. Eine Taube setzt sich auf den Nussbaum, plustert sich auf und tut nichts. Ganz oben auf der Fichte haben sich die Stare niedergelassen, und weil es gesellige Vögel sind, ein ganzer Schwarm, so viele, dass sie Schwierigkeiten haben, für jedes Mitglied des Schwarms einen geeigneten Sitzplatz zu finden, denn Stare setzen sich nur auf die allerobersten Baumspitzen, auch wenn diese so dünn sind, dass sie unter dem geringen Gewicht solch eines Vogels schon schwanken. Pulvriger Schnee stäubt herab. Die Stare sitzen auch nur da und tun nichts, außer auf die Sonne zu warten. Genau so wie ich. Aber warum stehen die Vög...

In Semuc Champey, Guatemala

Ein Maya-Mädchen setzt sich in einem abgelegenen Ort im Hochland, den trotz der schlechten Zufahrt über 11 km schlechten Schotterweg, 12 km sehr schlechter Matsch&Löcher-Piste und einer abenteuerlichen Brücke über den Fluss nicht wenige Touristen besuchen, um mitten im grünen Regenwald in den eigentümlichen Kalklöchern von Semuc Chempey zu baden, ein Maya-Mädchen also setzt sich neben mich und schaut mich an. Prima Foto-Motiv, die Kalklöcher sind eine tolle Attraktion, Bilder und Videos lassen sich leicht ergoogeln. Das Mädchen hängt den ganzen Tag an diesem Touri-Treff herum um zu betteln. Einen Quetzal will sie, also etwa 10 Cent. Den ganzen Tag betteln kann sie, weil sie nicht zur Schule geht. Natürlich existiert eine Schulpflicht in Guatemala, sechs Jahre sind verbindlich für alle.  Alles streng geregelt, alles nur auf dem Papier, denn Kontrollen oder Strafen gibt es nicht, vor allem nicht in den abgelegenen Maya-Siedlungen irgendwo in den Bergen. So werden tatsächl...

Bankgeschäfte in Guatemala

Ein Blick auf den Lago Petén Itzá. Der Steg, an dem die "Lanchas" genannten Boote festmachen, ist wegen des hohen Wasserstandes etwas unter Wasser. Wenn man an dem Steg anlegt, kommt man sofort in die "Mundo Maya", ein modernes Shopping-Center. Ein paar Meter weiter, vor dem Shopping-Center, folgende Szene: Was ist das? Ein bewaffneter Mann einer privaten Sicherheitsfirma, Menschen stehen Schlange vor einem Bus. Ein Bus der "Banco Rural'" - der Landwirtschaftbank. Dass ein Bewaffneter vor jeder Bankfiliale steht, daran gewöhnt man sich in Mittelamerika schnell. Auch Apotheken müssen sich in der Regel einen Wächter mit Gewehr leisten, das Shopping-Center selbst ist auch Tag und Nacht bewacht. Aber wieso dieser Bank-Bus? Gibt es in diesem Land nicht genug Bank-Filialen? Doch, jede Menge, auch die internationalen wie HSBC sind vertreten. Das Problem allerdings: In Mittelamerika kann man nicht einfach von einer Bank auf die andere überweisen. Bank...

Die Welt aus der Perspektive eines Kaffeetrinkers

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Hier und jetzt

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Luftratten, Teil 1

Der erste Teil einer längeren, nicht ganz ernst gemeinten, aber hoffentlich unterhaltsamen Serie zur Symbolik der Taube: http://rumgekritzelt.wordpress.com/2012/08/12/luftratten-friedensvogel-heiliger-geist-1/

Gletscher-SightSeeing

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Lassen wir die Anreise weg, die Taxifahrt durch das schwülheiße nächtliche Buenos Aires, den vergeblichen Versuch, in einem sogenannten Boutique Hotel, dessen Besitzer die vielen guten Bewertungen wahrscheinlich selbst geschrieben hatte, ein Auge zuzumachen, lassen wir den wackligen Inlandflug nach El Calafate weg, diese Wild-West-Stadt ohne Stadtplanung, in der Hotels für Leute wie uns aus dem Boden sprießen und wo der patagonische Steppenwind wie immer unerbittlich und kalt durch die Straßen pfeift, lassen wir die Busfahrt zum Hafen und die lange Menschenschlange vor der Bude, in der man Eintritt in den Nationalpark zu zahlen hat, lassen wir das alles weg und begeben wir uns direkt auf das Schiff: Große Ganztags-Gletschertour über den Lago Argentino. Es ist noch früh am Tag, der kalte Wind bläst von den chilenischen Anden herab, die irgendwo in den Wolken stecken. An Deck befindet sich nur eine Handvoll Raucher, 250 weitere Fahrgäste sitzen im warmen Fahrgastraum. Die Argentinier hab...

Umzug

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Die neue Eiswelt

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Die Sonne wird auf dem Eis funkeln, weiße Spitzen auf die grün-blauen Brocken zaubern. Aber es wird nicht die Sonne sein, die ihr kennt. Es wird nicht das Glitzern sein, das ihr kennt und es wird sich nicht der blaue Himmel darüber wölben, den ihr kennt. Ein kaltes Licht wird die Sonne werfen, ein fahles Licht. Im Winter wird das Sonnenlicht kaum stärker scheinen als heute das Mondlicht. Auch im Sommer wird die Sonne nur ein Abglanz der Sonne sein, die ihr kennt. Unten im Tal, wo jetzt die Äpfel reifen und die wohlschmeckenden Trauben gedeihen, werden sich nur noch Pflanzen halten können, die ihr jetzt auf den Höhen der Berge findet. Kleine, unscheinbare Blumen werden ihre Blüten zum Licht hin recken. Meist vergeblich. Denn oft wird das Licht nicht ausreichen, oft werden ungeheure Massen an dunklen Wolken über den Himmel ziehen. Immer neue Wolken, Tag um Tag, immer dichter, immer schwärzer. Und wenn die Wolkenwände einmal vom Südwind hinweggeweht werden, wird euch der Anblick d...

Verfall allerorten

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Dieser Gartenstuhl rottet vor sich hin,  das Tischchen hat auch mal bessere Zeiten gesehen,

Kleiner Merkvers

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Gelb blüht Elfriedes Lilie wir essen Peters Ilie

Schönes Wetter - schöne Probleme

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Schönes Wetter - das kann und muss auch ein schöner Tag werden. Das ist bei Menschens der nördlichen Breiten wahrscheinlich schon seit dem Neanderthaler verankert, der sich gerne mal vor seine Höhle in die Sonne gesetzt hat. Jeder weiß, dass das nicht so einfach ist mit dem schönen Wetter und dem schönen Tag, aber hier ein weiteres Beispiel: 30 Grad und wolkenlos im Rheinland. Das ist schon mal schlecht, denn das Auto muss heute in die Werkstatt, weil eine Manschette an der Antriebswelle sich gelöst hat, Öl auf den Auspuff tropft, wo es stinkend verdampft. Die Werkstatt meines Vertrauens hat heute den letzten Tag, ab Montag ist wegen Urlaub geschlossen. Ich darf das Auto hinbringen, aber ohne festen Termin, weil so viel zu tun ist am letzten Tag, einfach den ganzen Tag auf dem Hof stehen lassen, irgendwann werden sie es dann dazwischen schieben. Gut. Nachteil 1: Wir können die Stühle, die der eine oder die andere schon kennt, nicht abholen. Nachteil 2: Ich muss das Auto hinbringen, ...

Arbeit früher und heute

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Damit niemand denkt (warum soll das eigentlich niemand denken?), wir würden unsere Zeit nur mit Segeln verbringen, nichts da, es wird weiter gerenoviert und gearbeitet: Früher, da war alles anders. Früher, als ich noch dem Staat gedient habe, da hatte ich noch Zeit, warme Sommernachmittage im Park zu verbringen:

Wieder keine Regenbilder - an der Erft

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Schauerwetter: Gut geeignet für einen gemütlichen Fotospaziergang an die nahe Erft. Eigentlich, ja eigentlich wollte ich die grünen Dschungel an der Erft fotografieren, die mannshohen Brennesseln und noch eine Wucherpflanze, die die Ufer besiedelt und deren Name ich nicht kenne. Die nasse kleine Wiese mit im Regen fröstelnden dicken Pferden des Hobbybauern, den Sitzplatz an der Staustufe, alles nass, alles grün, alles verregnet.  Warum die Umgebung immer auf schön trimmen? Ist ein grüner verregneter Rheinland-Dschungel nicht schön? Immer dieser mit Photoshop bunt gemachte Naturkitsch, diesmal nicht! Habe ich mir vorgenommen, ist aber nichts draus geworden. Kaum kam ein Sonnenstrahl, habe ich fotografiert. Aber nicht in Photoshop die Sättigung erhöht, bestimmt nicht. So bunt ist die Welt links der Erft!

Gewinn mit Gold

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Wenn ich ein Tagebuch schreiben würde, dann hätte ich heute nicht von vielen Erfolgen zu berichten. Gestern habe ich mir beim Arbeiten im Keller so eine Art Hexenschuss zugezogen, heute krauche ich trotz Heizkissen und Sälbchen immer noch ziemlich rum. Aber immerhin bin ich zu Fuß zur Post gegangen. Und im Postfach fand sich dann doch ein kleiner Erfolg. Der Brief eines Pforzheimer Goldhändlers. Beim Aufräumen vorige Woche habe ich nämlich oben in dem weißen Schränkchen, in dessen Schubladen sich im Laufe der Jahre alles Mögliche angesammelt hat und das jetzt durch ein neues weißes Schränkchen ersetzt wird, ein Stück Gold gefunden. Kein Barren, so etwas haben wir nicht, denn noch weniger als dem Euro trauen wir den Einbrechern über den Weg. Und ob dann, wenn der Notfall eintritt, für den wir Gold zurückgelegt haben, die Bank geöffnet hat, deren Schließfach wir unser Gold anvertraut haben? Nein, deswegen horten wir kein Gold, nur ein kleines Stück Zahngold fand sich in der mittleren...

Kunst-Therapie

Kunst-Therapie “Na, wie ist es Ihnen ergangen vorige Woche?” fragte der Therapeut die junge Frau, die vor ihm in dem schwarzen Ledersessel saß und versuchte, ihre Hände ruhig zu halten. Die Finger waren bleich, ihr Gesicht angespannt. Es musste etwas vorgefallen sein, dass war ihm sofort klar. Er stellte seinen Kräutertee vor sich hin und nahm den Notizblock zur Hand. Auf dem Tisch lag, unauffällig wie immer, der Umschlag mit der Rechnung für den vergangenen Monat. “Erzählen Sie, die Stunde gehört Ihnen”, sagte er und zog den Teebeutel aus der großen bunten Tasse, einer Weihnachtstasse, die er schon längst hätte austauschen sollen. “Scheiße ist”, brachte sie schließlich hervor, “meine Mutter, scheiße.” Er schrieb eifrig, überflog dabei verstohlen seine Notizen von der vorigen Sitzung, um wieder im Bilde zu sein. Dann schaute er sie an. Sie trug heute einen geringelten Pulli, 70er Jahre, oder war so etwas schon wieder modern? Dazu Ohrringe. Viel zu groß und viel zu bunt. Ob sie nieman...

Strahlende Sieger

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Clubregatta Siegerehrung

Männer sind anders, Frauen auch

Männer sind anders, Frauen auch, sagt der Buchtitel ,  Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus, das verrät dann der Untertitel, eine Weisheit, die ihre Wahrheit alle Tage zeigt. Der Mann beispielsweise sitzt nach dem Frühstück vorm Computer, um die Funktion eines neuen Windows-Beschleuniger-Programms zu testen. Selbstverständlich, wir hatten ausgemacht, ein Zimmer etwas umzuräumen, aber das bisschen Räumerei kann doch warten. Die Venusbewohnerin kramt derweil unten ewig rum. Typisch, denkt Mann, wir wollten doch die obere Etage einrichten und die Frau lässt sich mal wieder Zeit.  Aus diesem Traum wird er durch die barsche Aufforderung gerissen, nun endlich mit dem Umräumen anzufangen. Dass er schon gewartet hat und nicht alleine anfangen wollte, weil er beim Einrichten ja doch immer alles falsch mache, hätte er besser nicht gesagt, denn jetzt erfährt er, dass unten das Bad zu putzen war, die Betten abgezogen werden mussten, die Waschmaschine angestellt und der Mül...