Posts

Wüsten (Altes Tagebuch)

Bild
Turkmenistan, Quelle Wikipedia Wüstenliebhaber habe ich nie verstehen können. Mit der Erde und ihren Früchten verbunden sind sie sicher nicht. Die Wüste ist öd, ästhetisch möglicherweise ansprechen, so, wie die Sonne über einem Weizenfeld ein hübsches Fotomotiv abgibt, wenn ihre Strahlen gerade die Ernte verderben. So mag die Wüste meinetwegen schön sein, naturschön. Aber eigentlich ist nichts, was die Natur für uns an Anblicken bereit hält, von sich aus schön. Der Mensch macht das Urteil und findet den Regenwurm, den Felsbrocken oder eben die Wüste schön. Also erfahren wir eher etwas über den Menschen, wenn er die Wüste schön findet, als über die Wüste. Guck mal, die weiße Made, wie ihr Rücken weißlich in der Sonne glänzt! Wie schön. .

Gehirnquark (Altes Tagebuch)

Bild
Strahlendes Sommerwetter. Strahlende Stimmung? Zuerst das Wetter, dann der Geist. Wäre schrecklich. Tief zieht auf - Stimmung im Eimer. Täglich der ängstliche Blick auf die Wetterkarte. Welche Geister werden mich morgen heimsuchen. Wird der stimmungsbestimmende Wettergottt mich mit Sonntagslaune erfreuen? So ist es nicht, zum Glück. Aber so, wie es ist, ist es auch nicht einfach. Das strahlendste Wetter der Welt und keine luftige Laune sprüht strahlend durch die Welt. Der Gehinquark ist auf Düsterheiten programmiert, tut mir leid. Die anderen sind's schuld, immer die anderen. 27,9 Grad. .

Wettersorgen (Altes Tagebuch)

Bild
Dass es nicht regnet, beispielsweise. Wie lange hält das Gras noch durch, wie lange die Kürbispflanzen und der Paprika? Klar, irgendwann wird es wieder regnen. Irgendwann kommt die Zeit, wo die Feuchte in indes heruntergefallene Blatt kriecht und alles zu faulen anfängt. Aber wann? Und wie viel Wasser wird vorher noch vergossen werden müssen? Ein breiter raum für Sorgen tut sich auf. Es gibt Landstriche, wo sich jeden Tag Sonne und Regen abwechseln, jahrein jahraus. Da gibt es dann andere Sorgen, bestimmt.

Vollmond an Weihnachten

Bild

Auch das hat nichts zu bedeuten (Altes Tagebuch 12)

Bild
Dass ein kleiner brauner Birkensamen eben auf meiner Schulter gelandet ist, hat nicht zu bedeuten. Schwupps, schon ist er weg. Dass das Ding auf mir gelandet ist, zeigt, andererseits, dass der Wind auf Nord-West gedreht haben muss, was nicht für heißtrockenes Wetter spricht. Das wussten wir freilich schon vom Wetterbericht, dem im Fernsehen. Ein Spatz fliegt aus dem Efeu in den Garten, aber das nun nun ganz gewiss nichts zu bedeuten. Auch nicht, dass das elektronische Innen-außen-Thermometer vom weißen Gartenstuhl auf die grüne Plastikgießkanne gefallen ist. Plopp hat es gemacht. Nur ganz kurz. Und die Fliege, die auf dem Liegestuhl sitzt, hat das längst schon wieder vergessen, dieses Plopp. Fliegen haben ja bekanntlich ein kurzes Gedächtnis. Dass eine dicke Hummel ihre Nase in eine Sonnenblume so tief hineinsteckt, dass nur noch ihr wackelnder Hummel-Hintern aus dem Gelb heraus schaut - die Fliege hat es vielleicht gesehen, aber längst vergessen. sie ist auch schon weitere geflo

Schäfchenwolken und Rasenmäher (Altes Tagebuch 11)

Bild
Sie ziehen dahin, die Schäfchenwolken. Und die Tage auch. Das ist nicht aufregend. Rasenmähen ist auch nicht aufregend. Vielleicht für den Rasenmäher. Der kommt dann mal raus aus dem Stall. Immer an der Wand hängen ist schließlich nur langweilig. Vielleicht ist er aber auch sauer, weil er gestört wird in seinem geliebten Dahindämmern. Drinnen andererseits sieht er die Schäfchenwolken nicht ziehen. Vielleicht ist er deshalb traurig. Wahrscheinlich aber denkt er nichts und spürt er gar nichts. So wie der überwiegende Rest dieser schönen Welt. So wie der kalte Stein. Warmes Plastik oder heißes Eisen sind allerdings auch nicht viel gefühlvoller. Totes Zeugs. Das ruht ewig in Frieden, ohne zu wissen, was Frieden ist, was ruhen ist, was ewig ist. Letzteres wissen wir Menschlein auch nicht.