Rote Fähnchen
Zuerst waren überall rote Fähnchen am Wegesrand, alle 50 m etwa ein rotes Fähnchen, hoch bis zur Alm, wo sie sich irgendwo zwischen Felsen und Stechginstergestrüpp verloren. Neue rote Fähnchen, die jeweils an einem ebenso neuen Vierkantstab hingen. Drei Männer hatten sie vormittags mit einem Hammer in den Boden gerammt und waren danach Richtung Dorf verschwunden. Nachmittags gehörte das Tal wieder den Kühen und der herbstlichen Ruhe. Gegen Abend - wir waren gerade oben auf der Alb - sahen wir weitere vier Männer mit großen Rucksäcken den Berg hochstiefeln. Keine Touristen und keine Leute von hier, denn Touristen tragen immer bunte Kleidung und haben kleine Rucksäcke auf dem Rücken. Die Viehzüchter hingegen brauchen keine Rucksäcke und bevorzugen dunkelblaue Hosen zu karierten Oberhemden. Zwei der vier langsam den Berg hinaufstiefelnden Männer in ihrem irgendwie - von weitem hatte ich an eine Sinnestäuschung gedacht - fleischfarbenen Dress blieben auf einem kleinen Wiesenstück neben dem...