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Es werden Posts vom 2011 angezeigt.

Abschließende Bemerkungen zum Kamm-Problem

Man könnte auf die Idee kommen - und natürlich bin ich schon oft auf die Idee gekommen - dass das schreiben so eines Blogs, den nur drei bis vier Leute lesen, völlig sinn- und zweckfrei ist. Man könnte. Aber jetzt habe ich einen Gegenbeweis, nämlich einen Kamm. Weil und nur weil ich nämlich in bisher zwei Blogeinträgen mein Problem, einen adäquaten Kamm zu beschaffen, geschildert habe, habe ich einen Kamm geschenkt bekommen, einen genau meinen Vorstellungen entsprechenden Kamm. Und wenn ich diesen Kamm jetzt nicht verliere, dann ist die Kammgeschichte hiermit abgeschlossen.

Hohes Niveau der TV-Nutzung

"Die TV-Nutzung blieb auf konstant hohem Niveau: Im Durchschnitt sah jeder Zuschauer ab drei Jahren 224 Minuten fern am Tag. 2010 lag der Wert bei 223 Minuten." - Oh my dear, 224 Minuten, das sind fast vier Stunden am Tag. Und dass soll der Durchschnitt der ab Dreijährigen sein ---- Wann haben die Leute nur so viel Zeit für so was? Achtstundentag, Abendessen und dann noch 4 - 5 Stunden Fernsehen? Den Teil der Welt verstehe ich nicht.

Vorsorgliche Ermahnung

Morgen kommt der Weihnachtsmann Wir fressen uns ein Bäuchlein an

Konspiratives Treffen

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Das Rätsel des Kleine-Hütten-Kultes

Überall scheinen die Kultstätten des sogenannten Kleine-Hütten-Kultes um das Jahr 2000 herum wie aus dem Boden gesprossen zu sein, bald schon hat es offensichtlich keine Stadt, kein Dorf mehr gegeben, dass diesem Kult nicht gehuldigt hat. Fest steht, dass der Höhepunkt der Feierlichkeiten irgendwann im Winter gelegen hat. Einzelne Zeugnisse stammen zwar auch aus anderen Jahreszeiten, aber der Schwerpunkt liegt eindeutig in der Winterzeit, nur im Winter haben sich die Merkmale rein ausgeprägt. Die Forscher sind sich einig, dass ein starke Priester-Kaste hinter dem Kult gestanden haben muss. Wie sonst ist es zu erklären, dass alle diese temporären Kultstätten fast genau gleich ausgesehen haben?  Sie bestanden allesamt aus kleinen hölzernen Buden, die in der sonstigen Jahreszeit abgebaut worden sein müssen. Die Funde der Archäologen belegen  eindeutig, dass in allen diesen Buden Gegenstände aufbewahrt worden sind. Möglich ist auch, dass diese Gegenstände dort verkauft worden sind...

VEB Portraitfotografie

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Kein gutes Bild, keine Frage, ich bin ja kaum zu erkennen. Die Portraits, die heutzutage der Staat macht, sind halt nicht besser. Nicht dass sie schlechter geworden wären, nein, im Regelfall hat sich die Qualität in den letzten 30 Jahren nicht verändert. Nicht besser, nicht schlechter. Kein Wunder, den staatlichen Fotografen fehlt einfach die private Konkurrenz. Weil man in dem Sektor die Marktwirtschaft völlig, aber auch wirklich völlig ausgeschaltet hat, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Qualität auf einem dermaßen niedrigen Niveau stagniert. Die Kunden müssen ihre Portraits ja beim Monopolisten kaufen. Gut, man tut so, als ob der Kunde die Wahl hätte. Immerhin kann man sich die Stelle, an der man fotografiert werden will, ja noch selbst aussuchen. Aber was bringt das schon! Egal wo man sich fotografieren lässt, überall die gleiche Qualität, wie das in der Planwirtschaft halt so ist. Normalerweise würde solche Portraits kein Kunde kaufen. Aber das habe...

Schwarmblödheit

"Man redet derzeit viel über Schwarmintelligenz; der Normalfall lautet aber immer noch: Schwarmblödheit." (Michael Konovsky)  

Neues vom Kamm

Meinen Entschluss, einen neuen Kamm anzuschaffen, da der vorhandene weiße Mozart-Kamm mir nicht mehr passend erschienen ist, habe ich ja vor ein paar Tagen schon mitgeteilt. Leider war es mit dem Kauf nichts. Denn der TEDI in Sindorf hat geschlossen. Daneben hat aber ein neuer Woolworth aufgemacht, den wir früher immer Wollwort genannt haben, aber das tut im Moment nichts zur Sache. Ein großer Laden, natürlich gab es auch eine größere Auswahl an Kämmen. Frauenkämme, Männerkämme, mittlere Größe, kleine Größe. Leider nur in schwarz. 99 Cent. Habe ich dann doch mit zur Kasse genommen. Leider stand an der Kasse eine ewig lange Schlange, und welcher Rentner hat schon Zeit, an einer Kasse zu warten? Ich nicht. Also habe ich den Kamm wieder ordentlich an seine Stelle gehängt und bin nach Hause geradelt. Dort habe ich, wie der Zufall es so will, zwischen einer umfangreichen Sammlung von Kugelschreibern, die ich in verschiedenen Hotels als Andenken mitgenommen habe, einen kleinen Kamm gefunde...

Hans, diesmal nicht besonders im Glück

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(1)  Zwischen 1980 und 1991 sind insgesamt 82 Hefte des Kulturmagazins "TransAtlantik" erschienen, eine gute Zeitschrift, sehr fein gestaltet,  die Konzeption stammte von Hans-Magnus Enzensberger und es ist eine Schande, dass es so etwas heute nicht mehr gibt. Ich habe alle erschienenen Heft gekauft, obwohl die mit 8 DM für damalige Verhältnisse sehr teuer waren. Habe also insgesamt 576 DM investiert. (2) Dann lagen die Hefte rum. Gut erhalten, aber es gab noch kein Ebay, was sollte ich damit machen? Deshalb war ich froh, als mir ein Bekannter angeboten hat, mir die Hefte für 66 DM abzukaufen. Genauer: Die Hefte einzutauschen gegen die gerade erschienene gebundene Ausgabe des 4. Bandes von Ernst Jüngers Tagebüchern, die mir eigentlich zu teuer gewesen war. Den Jünger habe ich gelesen. (3) Anschließen standen die Tagebücher bis 2008 im Regal. Noch einmal lesen? So überzeugend waren die dann doch nicht. Also habe ich sie zum Verkauf angeboten, für 25 EUR. Wo...

Kleines Drama (2)

Am Weiher raschelt es im Schilfe, der Frosch ruft seine Frau zur Hilfe. Die putzt verärgert ihre Schuhe und ruft: Hab keine Zeit, lass mich in Ruhe!

Kleines Drama (1)

Die Taube schwankt im Wintersturm die Amsel mördert einen Wurm

Winterlager

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Da liegt es, das Boot

Unsern täglichen Traum

"Unsern täglichen Traum gib uns heute" - dieser Satz, der von Hans Arp stammen soll, ist dann von Kurt Marti in einem Gedicht verwendet worden. Und da der Kurt Marti nicht nur ein Dichter, sondern auch ein reformierter Pfarrer gewesen ist, ein "progressiver" dazu, hat dieser Satz Karriere gemacht. Das Träumen, so verstehe ich den Satz und so verstehen ihn vermutlich die Religionspädagogen und Kirchentagsgruppenleiter, die ihn zum Titel von Unterrichtsstunden, Predigten und Arbeitsgruppen nehmen - man googele den Satz einmal, da wird man auf viele Quellen stoßen - das Träumen von einer besseren Welt ist für den Menschen so wichtig wie das tägliche Brot. So weit, so schön. Ist auch theologisch nichts gegen einzuwenden, denn dass mit dem täglichen Brot auch nicht Essbares, sozusagen Seelennahrung gemeint sein kann, ist ein exegetischer Gemeinplatz. Das Dumme ist nur, dass dieser Satz ursprünglich gar nicht so gemeint war. Hans Arp - übrigens der Onkel von Udo Jürgens ...

Arktis ohne Rum

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Auch ein Lektor muss sich in den Gegenstand des Textes hineinversetzen. Und weil ich gerade an einem Text über die Arktis arbeite, trage ich ein T-Shirt, ein Hemd, einen Pullover und eine dicke Fleecejacke übereinander. Das Thermometer vor mir zeigt 22,2 Grad. Unmöglich, in der Arktis wird es nie so warm. das Thermometer muss kaputt sein: Hätte ich sonst trotz dicker Wollstrümpfe kalte Füße? Jetzt ein Glas Kakao mit einem ordentlichen Schuss Rum drin, das - so berichten es jedenfalls die Arktis-Fahrer - würde helfen. Aber die Arktis-Fahrer, die haben es gut. Die brauchen nur auf Deck sitzen und Eisbergen zusehen. Wenn ich jetzt Rum trinke, dann ist die Arbeit vorbei.

Frühlingsspaziergang durch den Park AD 2011

Tulpen blühen, auch Narzissen daneben hat ein Hund geschissen

Computerreisen

Ob man heutzutage einen Reisebericht schreiben kann, sozusagen vom Schreibtisch aus? Man nehme Fotos aus Google Earth, schließlich gibt es ja keinen Grönländischen Fjord, von dem keine Bilder online sind, dann lese man was in der Wikipedia rum, bei Bedarf in anderen gegoogelten Zufallsfunden; Menschen lassen sich leicht erfinden, denn Menschen sind im Grunde doch immer gleich, ob auf Island oder einem anderen Island - einmal gut rumgerührt - schon ist es fertig. Da hatte es der gute alte Karl May noch viel schwerer.

Neuer Imperativ

Willst du nicht stets schön locker sein Dann schlag ich dir den Schädel ein

Südlich von New Orleans

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Südlich von New Orleans

Pflaume

Die Pflaume schickt nen schönen Gruß,  doch bald wird sie zu Pflaumenmus.

Gartenblumen am 19. November

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Fast alle Blumen, die ich heute im Garten finden konnte - speziell für Kike, damit er nicht glaubt, das Rheinland versinkt im November in einem grauen Einerlei. Bitte auf ein beliebiges Foto klicken, dann öffnet sich eine Galerie!   Das ist eine Zinnie, glaub ich 

Alt-Männer-Kamm

Ich habe einen Entschluss gefasst: Ich werde mir einen Kamm kaufen, einen schwarzen oder besser noch dunkelbraunen Kamm. Nun könnte man einwenden, ein Mensch mit Glatze brauche keinen Kamm. Stimmt auch fast. Komme ich vom Frisör zurück, brauche ich mindestens 2 Wochen lang keinen Kamm. Aber dann: Kamm oder wieder zum Frisör? Klar, da ist die Anschaffung eines Kammes günstiger. Tatsächlich besitze ich einen Kamm, aber dieser Kamm hat ein Problem. Er ist weiß und es steht in goldener Schrift "Mozart" drauf. Eigentlich ein hübsches Ding, funktionell sowieso. Das Gute daran: Er war völlig umsonst, ein Geschenk des Hotels "Mozart" in Valladolid. Kein schlechtes Hotel, drei Sterne. Letzteres weiß ich deshalb noch so genau, weil diese drei Sterne auf dem Kamm abgebildet sind, auch in Gold, natürlich. Nun hat sich das Männlichkeitsideal ja in meiner bisherigen Lebenszeit etwas gewandelt, aber seitdem ich 60 Jahre alt geworden bin, glaube ich, dass ein weißer Mozart-Kamm...

Mit Chic, Charme und Cadillac

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Unsere DVD-Sammlung besteht aus zwei Filmen. "My One and Only. Mit Chic, Charme und Cadillac" ist einer davon. Seit gestern. Und gestern Abend haben wir uns den Film auch angesehen. Über den Film selbst ist nicht viel zu sagen, aber da wir uns erstens - wie erwähnt - fast nie Filme kaufen und zweitens allenfalls ein Mal im Monat einen Film sehen, hier die ganze Geschichte. Angefangen hat es, unter anderem, mit dem Geburtstag unserer Nachbarin. Sie ist 90 Jahre alt geworden und hat uns eingeladen. Da darf man nicht nein sagen, auch wenn man keine Lust auf Nachbarschaftskaffee hat. Es gab Kaffee und Kuchen. Wie üblich. Beides recht heftig-deftig. Drei Urenkel spielten etwas lebhafter, was der Uroma auf den Keks ging, was wiederum dem Enkelkind in ihrer Eigenschaft als Mutter auf den Keks ging. Dann rief eine Frau vom Roten Kreuz an. Die Uroma dachte, das Rote Kreuz wollte zum Geburtstag gratulieren, tatsächlich aber hatte eines der Urenkel oben auf den Notfallknopf gedrück...

Bildrätsel

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Logisch, wenn man die vorigen Einträge gelesen hat, kommt man drauf. Aber ob sonst jemand wüsste, wo dieses Foto aufgenommen ist?

Scherben

Dass Scherben Glück bringen, wird im Zeitalter des Konsumismus in einem neuen Sinn wahr: Wenn was kaputt geht, darf ich, juchuh, was Neues kaufen.

Pazifische Unkereien

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Palmen, Sonne, Strand. Meer warm, Luft auch. Faulenzen, Baden. Was ist das? Das Paradies. Sagt man so. Wenn man mit dem, was man so sagt, recht hat, dann war ich im Paradies. Hier ein Foto: Wie man unschwer erkennt, erstreckt sich hinter mir die paradiesische Kulisse.Was man nicht sieht: Überall Palmen. Die gehören mit zum unserem Paradies-Bild, als ob es im echten Paradies keine Pappeln gäbe wie daheim an der Erft. Pappeln haben einen Vor- und einen Nachteil. Der Nachteil ist, dass daran Kokosnüsse hängen, die, wenn man sie erntet, die Kokosmilch enthalten, die bekanntlich Menschen, die an einer Laktose-Intoleranz leiden, gut schmecken soll. Aber ohne Kokosnüsse gäbe es auch kein Milky Way, das steht fest. Oder Kokos-Makronen, aber von denen hat hier sowieso noch nie jemand was gehört. Der Vorteil der Pappeln ist, dass keine Kokosnüsse dranhängen, dass also auch keine runterfallen können. Soll ja tatsächlich passieren: Plumps, und schon fällt einem so ein hartes Ding auf den Essti...

Grüne Steine

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Am Strand von El Zonte

Unterwegs mit Keynes

Keynes, der langzottelige Haushund, weiß nichts davon, dass die Verfechter der Schulden-kurbeln-die-Wirtschaft-an-Lehre, die sich auf seinen Namensvetter berufen, gerade mit größte Mühe versuchen, die entstandenen Schulden irgendwo hinzuschieben, wo sie keiner sieht, damit die Nation sich wieder neuen Rentenerhöhungen und der Aufstockung des Weihnachtsgeldes für Beamte zuwenden kann. Keynes weiß von alledem nichts, schon deshalb nicht, weil sich hier für den Zusammenbruch des Euro schon deswegen keiner interessiert, weil schätzungsweise 95% der Umwohnenden außer dem Dollar höchstens noch die Währungen der Nachbarländer kennen. Professoren natürlich ausgenommen, Professoren kennen den Euro und seine Krise. Man kann, habe ich heute auf einem Mitteilungsblatt der juristischen Fakultät der hiesigen Universität aus der Feder eines Jura-Professors gelesen, am Zusammenbruch Griechenlands schön sehen, wie der Neoliberalismus die Völker ins Verderben führt. Na gut, der Mann ist Jurist, als ze...

Durchs Elend zu den Sternen

Wenn man das Ufer verlassen hat und auf dem See herumschaukelt oder bei auffrischendem Wind über das Wasser braust, hat man es geschafft. Per aspera ad astra sagt man in Lateinien, und in diesem Falle haben sie mal wieder Recht, die Lateiner, obwohl der alte Seneca das eigentlich gar nicht gesagt hat, sondern Non est ad astra mollis e terris via, was zwar viel besseres Latein ist, aber dann doch für den Hausgebrauch zu schwierig. Eigentlich würde ja auch Per ardua ad astra besser passen, aber das ist das Motto der Royal Air Force und mit königlich-britischen Kriegsflugzeugen hat der Lago Ilopango nun wirklich nichts zu tun. Führt auch zu weit vom Thema ab, aber, um noch einmal auf Seneca zurück zu kommen, dessen Philosophie Nietzsche übrigens für „unausstehlich weises Larifari“ hielt, dieser Seneca wurde im Jahr 1 geboren. Das lässt sich einfach merken und so kann man auch leicht ausrechnen, dass der Lago Ilopango etwa 420 Jahre nach Senecas Geburt entstanden ist, nämlich bei einem gew...

Auf dem Sofa

Auf dem orangenen Breitkordsofa fühle ich mich schon fast wie daheim. Draußen ist es dunkel, ab und zu braust ein Auto vorbei, das Stahl-Garagentor der Nachbarn wird zur Seite gerollt. Der Hund schläft auf dem kühlen Steinfußboden und stinkt ein wenig vor sich hin, wie es so Hundeart ist. Gerade habe ich mir ein Hemd über das Polohemd gezogen, denn bei der leichten Brise wird es schon kühl, 23,5 Grad, meint das Thermometer. Was ist das schon, wenn man untätig im Wohnzimmer sitzt. Mittags, als wir angekommen sind, war es noch was wärmer. Ist immer wieder ein Erlebnis, wenn man das klimatisierte Flugzeug verlässt und denkt, man käme in einen Raum, wo jemand vergessen hat, die Heizung abzustellen. Zum Glück erreicht man dann schnell das Flughafengebäude und die nächsten Klimaanlagen. Nach Einwanderungskontrolle, Zollkontrolle und Gepäckabgabe muss man das Gebäude dann doch verlassen. Sonnenschein, Palmen, ziemlich grün, ziemlich heiß. Jetzt spätestens ist der Zeitpunkt gekommen, die Fleec...

Stadtwanderung Atlanta

Nur 50 Meilen bis nach Atlanta. Das war schnell geschafft. Da wir uns diesmal im Internet genauestens über die Route informiert haben, haben wir es dank zweier Landkarten und einem Stichwortzettel ohne größere Schwierigkeiten geschafft, uns durch das Gewirr von vielspurigen Autobahnen rund um Atlanta zuerst bis zum Hyatt-Hotel durchzufinden, wo wir das Gepäck aufs Zimmer gebracht haben, dann den Mietwagen zum Rental Car Center zu bringen und ihn da abzugeben. Dieses Mietwagenzentrum ist übrigens ein gigantisches Ding, in dem alle Mietwagenfirmen sind, wie ein riesiges Parkhaus, super organisiert - geht alles blitzschnell. Direkt im Rental Car Center fährt dann ein kostenloser Sky Train zum Eingang vom Flughafen, wo auch die Marta genannte S-Bahn ins Stadtzentrum abfährt. War für blöde Deutsche nicht so einfach, zu begreifen, dass man für diese Marta erst für einen Dollar eine Art Kreditkarte kaufen muss, die dann mit 5 Dollar für eine Hin- und Rückfahrt aufgeladen wird. Gut, nach einer...

Strasse mit Aussicht

Eigentlich wollten wir im Cheatah National Forest bleiben, ein riesiges Waldgebiet mit einem State Park rund um den höchsten Berg Alabamas - nur gut 700 m hoch, aber immerhin. Leider ist uns ein Autorennen dazwischen gekommen, ein Nascar-Event, wie das hier heißt, und deshalb waren alle Hotels im weiten Umkreis ausgebucht, nur noch ein Paar Zimmer zum Event-Preis von über 250 $ wären noch zu kriegen gewesen. Aber den Nationalwald wollten wir uns dann doch ansehen, unterwegs dort einen Stop machen und was spazieren gehen. Hätten wir auch sicher gemacht - war ja wieder goldenes Oktoberwetter - wenn wir den Park gefunden hätten. Zuerst falsch von der Interstate 20 abgefahren, dann nach Himmelsrichtungen, weil kein Schild zu sehen ("Da ist der Berg doch, das kann doch nicht weit sein!") - dann machte das Auto Piep, Piep, Piep, weil kaum noch Benzin drin war. Leider war in der abgelegenen Gegend, wo nur ab und zu mal jemand im Wald wohnt, eher eine Kirche als eine Tankstelle aufzu...

Die Insel des Heiligen Georg

Am Vorabend hatten wir lange im Internet nach einem schönen Hotel in der Gegend gesucht, schließlich den „St. Georges Inn“ auf der gleichnamigen Insel ausgeguckt. Das war nicht weit, Inseln sind oft was Besonderes, leider war das Hotel mit 135 – 150 USD ein bisschen teuer. Aber trotzdem. Bei völlig blauem Himmel sind wir wieder zurück über die Brücke gefahren, dann über die lange Brücke auf die Insel St. George. Wo die Brücke zu Ende war, lag das Hotel. Sah genauso aus wie im Internet, nur dass die Brücke und das daneben liegende kleine Einkaufszentrum nicht auf den Bildern drauf war. Die Insel ist schmal und ewig lang. Eine Hauptstraße führt von einer Seite zur anderen, rechts und links lauter Häuser in Sand und Dünen, meist Holzhäuser auf Stelzen, hölzerne Rentner- und Ferienhäusler-Träume, für amerikanische Verhältnisse ziemlich dicht an dicht, aber Beachfront oder Meeresblick sind alles. Ob keiner Angst hat, die Häuser würden beim nächsten Hurrikan wegfliegen? Ein paar größere Anw...

Grayton Beach State Park

Wir sind mitten in einem Reservat. Hier, so verkündet es der Prospekt des State Parks, soll die Natur so aussehen, wie sie war, bevor der erste Spanier seinen spanischen Fuß auf die indianische Erde gesetzt hat. Noch sieht sie nicht so aus, aber man arbeitet daran, indem man das gleiche macht wie die Indianer, nämlich im Wesentlichen nichts. Zum Glück für uns übertreibt man es aber auch nicht mit dem Wir-lassen-die-Natur-in-Ruhe und hat ein paar Häuser in die immer wilder werdende Wildnis hineingebaut, „Cabins“ genannt, was leicht untertrieben ist, denn Onkel Tom wäre überglücklich gewesen, hätte er solch eine Hütte sein Eigen nennen dürfen. Er hätte wohl auch ein ganzes Monatsgehalt ausgeben müssen, um auch nur eine Nacht in einer solchen Hütte zu verbringen, nämlich 125 $. Dafür hat der moderne Hüttenbewohner aber auch einen Parkplatz vor der Tür, zwei Schlafzimmer, einen Living Room mit elektrischem Fireplace, eine überdachte Terrasse, und natürlich von der Klimaanlage bis zum Gesch...

Im Wald und durch den Wald

Den ganzen Tag durch Wald gefahren, um in einem Wald zu landen, nämlich dem Oak Mountain State Park am Stadtrandsind von Birmingham, Alabama. Dass es so viel Wald gibt in den Südstaaten, hätte ich mir nicht träumen lassen. Von Hattisburg in Mississippi bis nach Birmingham sind es 350 km, da wir nicht immer einfach die Interstate 10 entlangfahren wollten, sind wir fast 400 km gefahren, davon sicherlich 90% durch Wald: Pinienwald, Mischwald, riesige Bäume, neu angelegte Monokulturen, nichts als Bäume. und wo sind die berühmten Baumwollfelder? Eines haben wir gesehen, außerdem ein paar Teiche, in denen in größerem Maßstab Welse gezüchtet werden, ein paar gepflegte Rinderfarmen wie aus dem Bilderbuch, wenige kleine Orte und wie üblich überall kleine Kirchen rechts und links vom Highway. Keine reiche Gegend, viele Leute wohnen in mehr oder weniger guten Mobilhomes, keine prächtigen Südstaaten-Häuser. Die Strasse - wie immer - leer, ganz wenige LKWs, die, wie man sich denken kann, mit Baumst...

Sumpf und Marschen

Wenn man einen Reiseführer dabei hat, denkt man oft, dass man das alles doch gar nicht braucht. Sind alle alle "Geheimtipps", die in diesen Lonely Planets stehen, schon abgeklappert, kaum dass diese Dinger die Druckerpresse verlassen haben? Dann steht man da zusammen mit all den anderen, die abseits der vielgegangenen Pfade etwas entdecken wollten und die alle so eine Reisebibel unterm Arm haben. Nein, nichts für uns. In jedem Hotel liegen außerdem massenweise Prospekte herum, den Rest kann man im Internet nachlesen. Trotzdem haben wir einen kleinen Reiseführer mitgebracht, vom ADAC, der ist nicht so dick und war auch nicht so teuer, weil schon ein paar Jahre alt. Mit Hilfe dieses Reiseführers, des Internets und unserer Landkarte, auf der immer alles ganz nah aussieht, weil der Maßstab so klein ist, haben wir uns die Gegend südlich von New Orleans entschieden. Ich hatte nach den Erfahrungen der letzten Tage hauptsächlich das Problem, ob es dort auch Hotels der richtigen Klass...