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Die Kunstsammlung der Stadt - Archivbesuche 2

  Die einzelnen Werke der Kunstsammlung der Stadt sind im Katalog der Stadtbücherei erfasst, online einsehbar für alle. Prima, das ist doch schon mal eine gute Grundlage. Aber 1: Die Werke sind ohne Abbildungen erfasst. Wie soll sich jemand für die Ausleihe eines Bildes entscheiden, wenn er noch nicht einmal eine kleine Abbildung sehen kann? Nur nach dem Namen des Künstlers? Also müssen Reproduktionen aller Werke her und in den Katalog eingepflegt werden. Alle Werke sind mal abfotografiert worden, weiß eine der Bibliothekarinnen, aber wo sich die Reproduktionen befinden, das weiß sie nicht.  Nach einer Weile finden wir im Keller eine ganze Menge Dias. Da hat jemand vor langer Zeit die Bilder mehr oder weniger profimässig reproduziert. Vor langer Zeit: Die Dias sind längst nicht mehr farbgetreu. Und was will man 2025 mit Dias? Einscannen? Dann versuchen, mit Photoshop wieder korrekte Farben zu erzielen? Wird kaum hinhauen und wäre eine Heidenarbeit. Und weil die Dias nicht besc...

Die Kunstsammlung der Stadt - Archivbesuche 1

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  Mit "Es war einmal" fangen alle Märchen an, auch die, die nicht gut ausgehen. Bei der Geschichte, um die es hier geht, ist noch nicht klar, wie sie ausgehen wird. Noch ist Dornröschen in seiner Tiefschlaf-Phase. Unser Dornröschen besteht aus über 700 Kunstwerken und schläft im Keller der örtlichen Stadtbücherei. Seit genau 10 Jahren. Und vorher? Nun, es war einmal ein typisches Projekt der 70er Jahre: Zugang zu hochwertiger Kunst für alle! Demokratie! Partizipation! Dafür kann die Stadt (50.000 Einwohner) doch mal etwas Geld locker machen … Und schon hat der Stadtrat beschlossen, eine städtische Artothek zu gründen. Zwei schöne Räume in der neuen Realschule waren frei, eine Planstelle wurde geschaffen, ein jährlicher Ankaufsetat im Haushalt ausgewiesen. Wie man so hört, sei das Angebot ganz gut angenommen worden. Nicht wenige Kunstwerke sollen ausgeliehen worden sein. Zwar nicht von den Schichten, denen man Zugang zur Kunst ermöglichen wollte, sondern von Arztpraxen, Rechts...

Natur Imaginationen: Rede zur Eröffnung der Ausstellung in Erftstadt im Mai 2025

  Setsuko Fukushima     Achim Kirsch Natur   Imaginationen Zu der Ausstellung im Künstlerforum SCHAU-FENSTER Erftstadt   vom 3.   - 18. Mai 2025 Bei aller Verschiedenheit ihrer Werke haben die Künstlerin und der Künstler, die uns dieser Ausstellung ihre Werke präsentieren, etwas gemeinsam: Zunächst einmal die Tatsache, dass der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit nicht im Bereich der „Flachware“ liegt. „Flachware“ - dieser Begriff spielt keineswegs auf den flachen Gehalt eines Werkes an, Archivare und Kunsthändler bezeichnen damit vielmehr ganz ohne Wertung zwei-dimensionale Werke, die so flach sind, dass man sie an die Wand hängen oder in Archivschränken aufbewahren kann.   Zweitens haben ihre Werke gemeinsam, dass sie in gewisser Weise flüchtig sind, jedenfalls schwer konservierbar. Im Gegensatz zu den traditionellen Skulpturen, die doch als Bronzeobjekte problemlos die Jahrhunderte überdauern und selbst dann, wenn sie aus Holz gefertigt sind, be...

Kopfüber in drei Welten - Rede zur Eröffnung der Ausstellung März 2025

Diese Ausstellung lädt uns ein, kopfüber in drei Welten zu springen. Oder zumindest Bilder zu betrachten, die Künstler geschaffen haben, die kopfüber in eine andere Welt gesprungen sind.  Nun ist so ein Sprung in eine andere Welt keineswegs harmlos, vor allem, wenn man kopfüber springt. Falls sich der Vorgang nicht unter Wasser abspielt, dann schlägt die Schwerkraft gnadenlos zu. Für den, der abgesprungen ist, gibt es kein zurück. Man kann sich da nicht vorsichtig annähern und dann, wenn es ungemütlich wird, wieder zurückweichen. Kopfüber in eine andere Welt, das ist eine abenteuerlich Sache, vielleicht abenteuerlicher, als manchem lieb ist. Nicht jeder schließlich bleibt so ruhig wie die kleine Alice aus „Alice im Wunderland“, als sie dem weißen Kaninchen folgt und fällt und fällt und fällt. Alice macht sich beim Fallen allerlei Gedanken, zeigt keinerlei Anzeichen von Angst oder Panik, was man nur mit ihrer Jugend und Naivität erklären kann.  Wenn wir den Sprung in andere ...

Kunst und Spielerei

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Was in einem Kunstmuseum ausgestellt und sorgfältig ausgeleuchtet präsentiert wird, muss Kunst sein. Nun ja, schön aussehen tut es ja. Lauter bunte Bauklötze. Ist aber keine Spielerei, sollte ursprünglich auch gar keine Kunst sein. Es handelt sich um Entwürfe für Lippenstifthüllen. Prima. Aber als Bauklötzchenspielerei hätte es mir auch gefallen. Kunst als heiteres Spiel. Not bad.

Sehen – träumen – fabulieren: Rede zur Ausstellungseröffnung im Stadthaus Lechenich

Sehen – träumen – fabulieren Heißt diese Ausstellung – ein schöner Titel, ein weiträumiger Titel, der, wie ich finde, gut zu den Werken passt, die Sie hier in den Räumen sehen können.   Sehen – träumen – fabulieren: Der Titel ist allerdings so weiträumig, dass ich mich gefragt habe, was die hier ausgestellten Werke eigentlich verbindet. Wenn sie sich schon etwas umgesehen haben, dann lässt es sich doch nicht übersehen, dass Christine Klein-Badali, Sven Torjuul und Trautlinde Minuzzi recht unterschiedlich Motive, unterschiedliche Materialien und Bildformate bevorzugen, ganz unterschiedliche Stimmungen wiedergeben und erzeugen. Was alle drei verbindet, scheint eher banal zu sein. Alle drei nämlich beschäftigen sich mit Malerei, und zwar mit gegenständlicher Malerei. Das ist im heutige Kunstbetrieb schon fast eine Ausnahme. In der aktuellen Sonderausstellung im Max-Ernst-Museum in Brühl, die sich mit surrealen Welten beschäftigt, findet sich kein einziges Werk, für das einer der Künst...