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Sonntags in der Kirche

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 … vom Arme-Sünder-Bänkchen aus gesehen …

Heruntergeleierte Gebete (Tagebuch 6)

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Das Suchen nach Worten schaltet den Verstand ein und die Verbindung nach "oben" ab. Deshalb vertrauen verschiedene Religionen auswendig gelernten Standard-Gebeten. Die rasseln nur ihre "Gegrüßet seist Du, Maria" herunter, heißt es dann. Nur? Müssen nicht die Worte in den Hintergrund treten können, ihre Schwere verlieren und dahinschweben?

So sieht ein Engel aus!

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Das Bild oben zeigt einen Engel. Wenn jetzt jemand sagt: So ein Quatsch, dann antworte ich ihm: Ein Engel, wenn er es denn überhaupt nötig hat, irgendwie auszusehen, sieht so aus wie der Engel auf meinem Bild. Jedenfalls sieht er so aus, wenn ich ihn sehe. Wenn ihn jemand anders sieht, sieht er vielleicht ganz anders aus. Aber so ist das halt bei den Engeln.

Unsern täglichen Traum

"Unsern täglichen Traum gib uns heute" - dieser Satz, der von Hans Arp stammen soll, ist dann von Kurt Marti in einem Gedicht verwendet worden. Und da der Kurt Marti nicht nur ein Dichter, sondern auch ein reformierter Pfarrer gewesen ist, ein "progressiver" dazu, hat dieser Satz Karriere gemacht. Das Träumen, so verstehe ich den Satz und so verstehen ihn vermutlich die Religionspädagogen und Kirchentagsgruppenleiter, die ihn zum Titel von Unterrichtsstunden, Predigten und Arbeitsgruppen nehmen - man googele den Satz einmal, da wird man auf viele Quellen stoßen - das Träumen von einer besseren Welt ist für den Menschen so wichtig wie das tägliche Brot. So weit, so schön. Ist auch theologisch nichts gegen einzuwenden, denn dass mit dem täglichen Brot auch nicht Essbares, sozusagen Seelennahrung gemeint sein kann, ist ein exegetischer Gemeinplatz. Das Dumme ist nur, dass dieser Satz ursprünglich gar nicht so gemeint war. Hans Arp - übrigens der Onkel von Udo Jürgens ...

Semana Santa oder Baumblütenfest

Wie das Leben doch wogt, auf den Bildern von den Prozessionen in der Semana Santa in Guatemala. Selbst wenn jemand einwendet, das sei nur dem Tourismus geschuldet, so ist das trotzdem was ganz anderes als unsere heiter-belanglos-gelangweilten Oster-Ausflüge und Oster-Belustigungen. Bei uns hat längst das Hasenfest gesiegt. Oder wie wär's mit Baumblütenfest: "Für das Baumblütenfest haben am Festplatz an der Parchimer Allee Geschäfte Wagen aufgebaut. Ein 8,50 Meter großer Osterhase heißt am Eingang die Besucher willkommen. Unter den gerade frisch erblühenden Bäumen neben dem Gutspark ist ein buntes Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie aufgebaut. Die rasante Nessi-Achterbahn gehört genauso dazu wie der „Power-Express“ und das Karussell „Break Dance“. Es gibt natürlich Auto-Scooter, und als Publikumsmagnet dürfte sich auch Paul, der „Sprechende Elch“, erweisen, der die Besucher mit amüsanten Sprüchen unterhält. Ein Festzelt bietet Platz zur Pause und zum Ostertanz. Der Eint...

Fehlende Erlösung

Oma und ihre Schwester, beide gehen an die 90. Was ihnen bisher Freude gemacht hat, ihr Lebensinhalt sozusagen, fällt jetzt weg: Lebensinhalt? Geld verdienen und vor allem Geld ausgeben, hier was kaufen, da was kaufen, mit Leuten zusammensitzen, trinken und rauchen und rumquatschen, und von der Langeweile am Abend erlöst das Fernsehen. Jetzt können sie nicht mehr shoppen, nicht mehr rumquatschen, nicht mehr fernsehen.

Ernte, Dank

Heute um 12:00 Uhr bin ich einmal durch den Garten gegangen, habe Mangold, Bohnen, Rote Beete, Zwiebeln, Petersilie und Majoran geerntet, dann in den Keller, um ein paar Kartoffeln heraufzuholen. Dann eine Suppe gekocht. Eine schöne Suppe, eine schöne Ernte. Man sollte jeden Tag Erntedank feiern, auch wenn man beim Aldi geerntet hat.

Drinnen - draußen

Drinnen hinter im abgedunkelten Raum sitze ich und helfe R. dabei, Bilder von einem Print-Service ausdrucken zu lassen - draußen ist strahlendes Blau-Wetter, die Freizeitgesellschaft feiert ihre freie Zeit. Wieviel Prozent der Feiertag-Feierer wohl wissen, was sich hinter dem Namen Fronleichnam verbirgt, welchem Ereignis sie die freie Zeit zum Feiern verdanken?

Hasenfest

Die Moderatorin im WDR-Fernsehen kündigt den Wetterbericht für die Ostertage an: "Ob wohl der Wettergott ein Einsehen mit den armen Hasen haben wird?" Das Hasenfest steht ja vor der Tür und einen Wettergott kramen wir auch aus der Kiste mit dem altgermanischen Kram. Gut gelaunt ins neue Heidentum.

Hasenfreie Zone

Angesichts all der angeblich so niedlichen, aber bestimmt süßen Schokoladen-Hasen, die ein echter Hase sicher nicht als seinesgleichen identifizieren würde, käme ein Außerirdischer oder ein Archäologe sicher auf die Idee, da würde das Hasenfest gefeiert. Eine hasenfreie Zone würden diese Forscher dann zu ihrer Überraschung entdecken: die Kirchen. Wieso das Hasenfest aber im Kalender trotzdem als kirchlicher Feiertag markiert ist, bleibt den Außerirdischen ein Rätsel.

Schönes Wochenende!

Schönes Wochenende! Sagt jeder und ständig, z. B. ich beim Verlassen der Zahnarztpraxis. So alt ist das Wochenende aber noch gar nicht, das Grimmsche Wörterbuch verrät, dass das Wort vor 1926 in Deutschland nicht benutzt worden ist. Klar, ohne freien Samstag gibt es ja auch nur einen "Schönen Sonntag" und kein Wochenende. Und der Sonntag ist kein Ende, sondern der erste Tag der Woche, jedenfalls nach alter christlichen Tradition. Also: Entchristlichung + Freizeit = Wochenende