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Brausen an Pfingsten (Tagebuch 4)

Ringsum braust es gewaltig. Kein Geist vom pfingstlichen Himmel, sondern der Pfingstrückreiseverkehr auf allen Autobahnen. Drinnen braust nichts, nur der Kühlschrank läuft. Gestern und vorgestern war das anderes. Da bin ich mitgebraust. Das hält den Kopf-Kreislauf auf Trab. Was? Das vorbeiflirrende Leben. Aber dann galoppiert die Zeit. Kultiviere die trübe Langeweile, dann schleichen die Minuten. So hast Du mehr vom Leben ....  .

Chemie? Chemie! (Tagebuch 3)

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Die Angst vor der Chemie, der zeitgenössische Zauberlehrlingskomplex. Als ob die Natur gut oder beherrschbar wäre. Die Angst vor der Chemie ist die Angst vor der Moderne, der unbeherrschbaren. Eine Modernisierungsangst, die Rechte und GrünLinke seit je eint. .

Friedrich Diegners Tagebuch (2)

Es soll immer weiter gehen. Das ist auch in Ordnung so. Denn es geht ja sowieso weiter, ohne dass ich gefragt werde. Nur denken wir bei weiter immer direkt an vorwärts oder gar höher . Es kann aber auch runter gehen oder im Kreis, immer weiter. .

So sieht ein Engel aus!

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Das Bild oben zeigt einen Engel. Wenn jetzt jemand sagt: So ein Quatsch, dann antworte ich ihm: Ein Engel, wenn er es denn überhaupt nötig hat, irgendwie auszusehen, sieht so aus wie der Engel auf meinem Bild. Jedenfalls sieht er so aus, wenn ich ihn sehe. Wenn ihn jemand anders sieht, sieht er vielleicht ganz anders aus. Aber so ist das halt bei den Engeln.

Endlich Meer - Türkei (11)

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 Endlich gelangten wir ans Mittelmeer, das, wie vom Hotel-Balkon deutlich zu sehen, so blau war, wie das Meer blau sein muss. Davor der ebenfalls meerblaue Pool, den ich nach der Ankunft im Hotel sofort fotografiert habe, damit jeder sieht, was für einen schönen Pool wir hatten. Mehr habe ich von dem Pool nicht gesehen, denn zum Hotel-Buffet-Abendessen muss man pünktlich sein. Nach dem Essen war es dunkel. Morgens dann um 7:00 Uhr Frühstück, 7:45 Uhr Abfahrt.  Wer kann sich da noch um den Pool kümmern, so sehr der auch zum Bade laden mag?

Durchs wilde Türkistan - Türkei (10)

Während draußen fruchtbare Ebenen, kahle Hügel, Aufforstungsprojekte, schneebedeckte Berge und menschenleere Schluchten, Imbissbuden und Tankstellen mit integrierten Minimoscheen vorüberfliegen,  unterhält der Reiseleiter die ihm wehrlos ausgelieferten Businsassen mit weitschweifigen Ausführungen über Skythen, Tourismusförderung, Seldschukken, Osmanen, das türkische Militär (böse), Erdogan (gut), Denkmäler, die Wehrpflicht, Bildungsprojekte, Wurstsorten, Heimarbeit, Sozialversicherung, großtürkische Militärprojekte, Jupp Derwall, Qualitätsmerkmale von Olivenöl, Marmorpreise, den Begriff Anatolien, Benzinpreise (zu hoch), die Ferien der Lehrer (zu lang) ..... ... bis endlich zwischen Nadelbäumen das Mittelmeer sichtbar wird.

Aus dem Busfenster gesehen - Türkei (9)

Abseits der Highlights, aber direkt an den großen Hauptverkehrsadern, zeigt sich die West-Türkei von einer nicht immer schönen Seite. Die kleineren und mittleren Städte, fast nur aus Neubauten der letzten 50 Jahre bestehend, sind städtebaulich und architektonisch von einer kaum glaublichen Öde. Gäbe es nicht all die neuen Moscheen - die allerdings auch alle mehr oder weniger gleich aussehen - dann könnte man sagen: Das Land ist in Planquadrate eingeteilt worden und sind so viele Häuser drauf gebaut worden, wie Platz war. Einen Architekten spart man sich und nimmt statt dessen den tausendfach bewährten Standard-Entwurf. Eine billige Kopie europäisch-nordamerikanischer Architektur, auf die dann die türkische Fahne gesetzt wird.